Rückblick 2017/18: Ein Jahr des Aufbaus

Holprig begann die Saison 2017/18 für die erste Frauenmannschaft der Westfalia. Am Ende der vorangegangenen Saison mussten sie sich von ihrem Interimstrainer verabschieden und hofften auf einen Neuanfang mit dem neuen Trainerduo. Das Pech, das sie mit Trainern hatten, setzte sich allerdings fort und so mussten sie trainerlos in die Saison starten. Gerade einmal 6 Punkte und ein Torverhältnis von 11:17 nahmen sie aus den ersten fünf Spielen mit. Damit landeten sie auf Platz 10 der Tabelle und glaubten bereits, dass sie in dieser Saison gegen den Abstieg aus der Bezirksliga kämpfen müssen.
Im Oktober wendete sich dann das Blatt, als Christian Mierswa das Traineramt übernahm. Die Leistung der Mannschaft verbesserte sich stetig und sie kletterten langsam aber sicher die Tabelle wieder hinauf.
Auf dem Höhepunkt ihrer Leistung lieferten sie im Halbfinale des Kreispokals gegen die SG Lütgendortmund ein Top-Spiel ab, unterlagen am Ende allerdings den späteren Pokalsiegerinnen. In der gleichen Woche noch standen sie beim TuS Niederaden auf dem Platz und machten dem ewigen Tabellenersten und letztendlichen Aufsteiger den knappen 2:1-Sieg deutlich schwer. Ordentlich lief die Saison für sie weiter, bis Ende April ein leichter Einbruch folgte. Umso mehr freut sich die Mannschaft über den Sieg zum Saisonabschluss beim TuS Vosswinkel.
Während der Saison haben die Damen es außerdem geschafft, einen neuen Sponsoren an Land zu ziehen. Mit dem Security-Service „Galicia Security“ haben die Damen einen starken Partner an ihrer Seite, der ihnen nicht nur sonntags den Rücken stärkt, sondern sie auch zu der ein oder anderen Party im Dortmunder Nachtleben einlädt. Die Mannschaft und der Verein hoffen, dass die Kooperation lange anhält und sie sich weiterhin so sicher fühlen dürfen.
Zum Ende dieser Saison müssen die Damen zwei Abgänge verzeichnen. Celina und Daniela, die beide erst am Anfang der Saison dazu gestoßen waren, wollen sich in Zukunft intensiver ihrem privaten und beruflichen Weg widmen. Noch während der laufenden Saison ist Lena ausgestiegen, um sich intensiver um ihr Studium zu kümmern. Gleich zu Beginn der Saison ist Nicole aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden und Ayleen ist in der Winterpause wieder zurück zu ihrem Heimatverein gewechselt. Allen Mädels wünschen die Mannschaft und der Verein das Beste für ihre Zukunft.

Trainer Christian Mierswa und Betreuer Henning Waßmuth gaben bereits ihre Zusagen für die kommende Saison. Zeit für ein Resümee aus Trainersicht:

BV Westfalia Wickede: Hallo Christian, im Oktober durften wir dich als neuen Damentrainer begrüßen. Bist du jetzt, rückblickend auf die Zeit nach der kurzfristigen Trennung vom SVÖ, immer noch froh den Schritt in den Dortmunder Fußballraum gewagt zu haben?

Christian: Seinen Heimatverein, in meinem Fall den TuS Bremen, zu verlassen, bedeutet für einen Trainer immer Neuland zu betreten. Nach dem kurzen Abstecher ins Sauerland, nach Dortmund zu gehen war für mich besonders spannend, da hier bereits ein Stück weit eine andere Mentalität herrscht. Ich war gespannt auf die neue Mannschaft, neue Strukturen und was mich erwarten wird. Rückblickend betrachtet bin ich zufrieden, eine Mannschaft gefunden zu haben, die ihrem Hobby mit Leidenschaft nachgeht und freue mich mit ihnen neue Erfahrungen sammeln zu dürfen.

BV Westfalia Wickede: Natürlich interessiert uns auch, wie es für dich war, in der Liga auf deine alte Mannschaft vom TuS Bremen zu treffen, mit der du in der letzten Saison erst den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft hast.

Christian: Komisch war es auf jeden Fall. Das Hinspiel habe ich mir ja noch neutral angeschaut. Da habe ich aber bereits gemerkt, dass es für beide Mannschaften in den Füßen juckte. Für das Rückspiel tut es mir zwar leid für die Bremer, aber ich verliere nicht gerne. Ich finde es immer schade, wenn sie verlieren, aber natürlich möchte man mit seiner eigenen Mannschaft gewinnen und in den 90 Minuten das bestmögliche herausholen. Komisch war es dennoch.

BV Westfalia Wickede: Du hast dich im Oktober bezüglich deiner Ziele für den Rest der Saison bescheiden gezeigt. Du wolltest an die „sportlichen Erfolge der letzten zwei Jahre anknüpfen“. Nun bekleidet deine Mannschaft den 6. Tabellenplatz. Bist du zufrieden mit der Leistung und habt ihr eure gesteckten Ziele erreicht?

Christian: Seit ich bei der Westfalia bin, haben wir es geschafft eine Mannschaft zu formen, die im Pokal gegen die Landesligadamen der SGL über weite Strecken mithalten konnte und den Aufsteiger unserer Bezirksligastaffel mächtig geärgert hat. Unser Ziel, Platz 5 zu erreichen, haben wir leider etwas verfehlt, was größtenteils aber den letzten Spieltagen geschuldet ist. Für mich ist die Entwicklung der Mannschaft ein großer Erfolg. Als ich sie im Oktober übernommen habe, waren sie am Boden. Die Saison verlief für uns positiv und wir haben einen großen Abstand auf den 7. Platz aufgebaut. Die Mannschaft wieder aus dem Keller zu kriegen, war das Beste, was man erzielen konnte.

BV Westfalia Wickede: Wie erklärst du dir den Leistungseinbruch kurz vor Ende der Saison?

Christian: Im Damenfußball ist es schwierig immer über den kompletten Kader verfügen zu können. Viele arbeiten im Schichtbetrieb oder studieren; gerade im Frühjahr beginnen die Klausurphasen. Da muss man häufiger auf ein paar Spielerinnen verzichten. Hinzu kam, dass sich die Mannschaft nach Erreichen des Klassenerhaltes zu sicher zu sein schien. In den letzten Spieltagen hatten wir nur noch Gegner, die noch gegen den Abstieg kämpfen mussten. Mit entsprechend viel Leidenschaft und Kampfgeist traten diese an. Woher das Leistungstief letztendlich kam, muss sich jede Spielerin selbst fragen. Das Training war ordentlich in den Wochen, aber sonntags haben sie den Hebel nicht umgelegt.

BV Westfalia Wickede: Wer auch das Geschehen neben dem Platz verfolgt, kann erkennen, dass ihr im Verein und in der Mannschaft einen großen Wert auf das Zwischenmenschliche legt. Wie wichtig sind dir Aktionen wie das Karnevalstraining oder Mannschaftsabende, bei denen auch die Herrenmannschaften einbezogen werden?

Christian: (lacht) Frauenmannschaften haben generell einen schweren Stand in einem Verein. Das Zwischenmenschliche und der Zusammenhalt mit den Herrenmannschaften ist für sie oft das Wichtigste überhaupt. Unser Vorstand möchte eine Familie formen und da sind wir gerne mit von der Partie. Dieser Zusammenhalt wirkt sich auf das Gefühl in der Mannschaft aus, man baut sich sonntags gegenseitig auf. Solche Aktionen sind wichtig für die Stimmung in einem Team über die ganze Saison, daher werden wir daran festhalten.

BV Westfalia Wickede: Lass uns zusammen einen Blick auf die kommende Saison werfen. Leider müssen wir zum Ende dieser Saison zwei Spielerinnen verabschieden. Könnt ihr bereits Neuzugänge verkünden?

Christian: Die Abgänge sind zum einen natürlich bedauerlich, aber zum anderen auch sehr bitter. Beide waren feste Größen in unserem Spiel. Wir haben aber bereits einige positive Gespräche geführt, werden die Neuzugänge aber erst zu Saisonbeginn verkünden. Wir hoffen natürlich die entstandenen Lücken schließen zu können, müssen aber auch abwarten, wie sich die neuen Charaktere in unser System und letztendlich in die Gemeinschaft eingliedern. Die Mädels, mit denen wir gesprochen haben, ließen aber alle verlauten, dass ihnen ein gutes Mannschaftsgefüge wichtig ist und sie glauben dies bei uns gefunden zu haben.

BV Westfalia Wickede: Wie sehen deine Ziele mit den Westfalia-Damen für die Saison 2018/19 aus?

Christian: Es ist schwierig, das so pauschal zu sagen. Wir haben in dieser Saison gezeigt, dass wir die Großen ärgern können, müssen aber alles in allem konstanter werden. Häufig haperte es an der Chancenverwertung. Außerdem bleibt abzuwarten, wie die Neuzugänge einschlagen. Vorab einen Tabellenplatz zu nennen ist schwierig, aber wir wollen definitiv oben mitspielen. Der größere Kader in der nächsten Saison fördert den Konkurrenzkampf untereinander, sodass hoffentlich jede Spielerin das Beste aus sich herausholt. Damit sollte das Leistungsniveau steigen, aber es bleibt auch abzuwarten, wie die Ligakonstellation aussieht. Mit Brechten und Wambel kommen zwei weitere Dortmunder Mannschaften hinzu. Die Mannschaft ist aber gut aufgestellt und nach der Vorbereitung werden wir uns ein gemeinsames Ziel setzen.

BV Westfalia Wickede: Danke Christian, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir wünschen dir und deinem Team eine erholsame Pause und freuen uns darauf, euch ab dem Sommer wiederzusehen. 

Updated: 4. Juni 2018 — 13:35
B. V. Westfalia Wickede 1910 e. V. © 2017 Frontier Theme